Abschied nehmen

 
 

 

In vielen Fällen geht alles ganz schnell. Etwa 50 Prozent der Menschen in unserem Land sterben in einem Krankenhaus, weitere 30 Prozent in einem Pflegeheim. Nicht immer können die Angehörigen selbst zum Todeszeitpunkt am Sterbebett sein.

 

In diesen Fällen werden sie umgehend verständigt. Oft wird dann als nächstes ein Bestattungsunternehmen benachrichtigt, das den Angehörigen vieles abnimmt und mit professioneller Routine für die nächsten Schritte sorgt. Dennoch ist es ratsam, sich für die persönliche Situation und die eigenen Überlegungen Zeit zu nehmen.

Wichtig zu wissen ist: Niemand von außen hat über den toten Menschen zu bestimmen. In jedem Fall müssen die Angehörigen den vorgeschlagenen Schritten zustimmen.

Es ist für viele Angehörige mit Angst verbunden und kann dennoch sehr hilfreich sein, den Leichnam noch einmal anzuschauen und zu berühren. Denn dies erleichtert es, loszulassen und den Tod anzunehmen. Eine harmonische, ruhige und persönliche Umgebung, ob zuhause oder in Form eines speziellen Abschiedsraums, schafft den angemessenen Rahmen dafür.

Besondere Todesumstände, wie ein Unfall oder ein Verbrechen, erlauben möglicherweise kein unmittelbares Abschiednehmen. Gespräche mit Menschen, die Ihnen nahe stehen, oder auch mit Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer können dabei helfen, die richtige Entscheidung zu treffen

 

Wenn der Tod eintritt

Das können Sie tun:

  • Wenn der Tod zuhause eintritt, ist es notwendig, eine Ärztin oder einen Arzt zu rufen, damit ein Totenschein ausgestellt wird.

  • Der Leichnam darf nach Eintritt des Todes bis zu 36 Stunden im Hause bleiben, dabei sind gewisse Hygienemaßnahmen zu treffen. Bestattungsunternehmen helfen dabei, den Verstorbenen oder die Verstorbene entsprechend herzurichten.

  • Viele Krankenhäuser und Pflegeheime haben besondere Räume, in denen Verstorbene aufgebahrt werden können. Eine geeignete Umgebung hilft Ihnen, auf Ihre Weise Abschied zu nehmen. Auch bietet sie die Möglichkeit, dass daran Angehörige teilnehmen können, die von weit her kommen.

  • Sie können am Sterbebett ein Gebet sprechen, etwa ein gemeinsames Vaterunser, und in aller Stille gedenken.

  • Meist ist es möglich, Kerzen bei dem verstorbenen Menschen aufzustellen.

  • Blumen, ein Kreuz oder ein anderer Gegenstand, der für sie oder ihn eine Bedeutung hatte, können in die Hände oder auf die Brust des verstorbenen Menschen gelegt werden.

  • Die Pfarrerin oder der Pfarrer kommen nach Möglichkeit umgehend ans Sterbebett, wenn Sie dies wünschen.

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