Trauerfeier

 
 

 

Die Trauerfeier - dem Abschied eine Form geben

Die kirchliche Trauerfeier in Form eines evangelischen Gottesdienstes ist ein würdevoller Abschied von Verstorbenen. Den Angehörigen wird Trost und Halt gespendet. Die biblischen Texte geben der Klage, der Verzweiflung und der Verlassenheit Ausdruck, und sie sprechen von der Hilfe und von der Zuwendung Gottes, die wir erfahren, und der Auferstehungshoffnung.

Musikalische Gestaltung

Die evangelische Trauerfeier ist ein Gottesdienst aus Anlass der Bestattung eines Gemeindeangehörigen. Häufig finden heute Trauerfeiern ganz ohne Gesang statt. Aus christlicher Sicht ist dies bedauerlich, denn Singen verbindet die Trauergemeinde vor Ort und die Trauernden über Generationen: Immer haben sich Menschen von Liedern stärken lassen, die schon andere vor ihnen in Not und Verzweiflung gesungen haben.

Darunter sind Lieder, die dazu geeignet sind, unter Tränen gesungen zu werden, bis die Kehle wieder frei ist:

„Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen.“ (Evangelisches Gesangbuch, Nr. 299, nach Psalm 130)

Lieder für die Trauerfeier:

  • Von guten Mächten wunderbar
    geborgen (Evangelisches Gesangbuch, Nr. 65)
  • Christ ist erstanden (EG 99)
  • Befiehl du deine Wege (EG 361)
  • Von Gott will ich nicht lassen (EG 365)
  • So nimm denn meine Hände (EG 376)
  • In dir ist Freude (EG 398)
  • Jesus, meine Zuversicht (EG 526)

Viele Menschen haben es schon erlebt: Gesang öffnet oft die Schleusen zum Weinen und kann eine befreiende Wirkung haben. Bei einer Trauerfeier stellt der Gesang für die Trauernden oft eine gute Möglichkeit dar, selbst aktiv zu werden.

Blumen- und Kerzenschmuck

Blumen haben als Symbol für die Vergänglichkeit des Lebens, aber auch als Zeichen der Liebe und aufblühenden Hoffnung bei der Trauerfeier und der Beerdigung eine besondere Bedeutung. Kränze symbolisieren die Vollendung des Lebens, das Leben im Glauben zielt in einem biblischen Bild auf einen unvergänglichen Kranz. (1. Korinther 9,24f.)

Ähnlich verhält es sich mit dem Kerzenschmuck. Jesus spricht: „Ich bin das Licht der Welt.Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12) Deshalb zünden Christen in den Gottesdiensten zu allen Zeiten Kerzen an.

Trauerfeier in der Friedhofskapelle/Kirche

Vor der Trauerfeier versammelt sich die Trauergemeinde vor dem Eingang zur Friedhofskapelle. Möglicherweise werden die Anwesenden von einem Mitarbeiter des Bestattungsinstitutes in die Kapelle geleitet.

Es besteht nun die Möglichkeit, kurz vor den Sarg zu treten und ein stilles Gebet zu sprechen.

Mit Worten der Begrüßung und einem Gebet eröffnet die Pfarrerin oder der Pfarrer die Trauerfeier. Es folgt eine Schriftlesung aus der Bibel.

Nun kann ein Gemeindelied (gemeinsamer Gesang) oder Musik erklingen.

In der Traueransprache würdigt die Pfarrerin oder der Pfarrer das Leben des verstorbenen Menschen im Lichte des Evangeliums. Ein Bibelwort wird ausgelegt. Anschließend stimmt die Gemeinde erneut ein Lied an oder es erklingt Musik.

Die Trauerfeier in der Kapelle schließt mit einem Gebet für den verstorbenen Menschen und alle, die trauern.

Der weitere Verlauf unterscheidet sich je nach Bestattungsform. Ist eine Urnenbestattung vorgesehen, verabschiedet sich hier die Trauergemeinde mit einem Segen der Pfarrerin oder des Pfarrers vor dem Sarg. Mancherorts kann der Sarg auf Wunsch der Angehörigen in den Boden abgesenkt werden.

Bei einer Erdbestattung wird die Trauerfeier fortgesetzt, indem die Angehörigen dem Sarg zu Fuß zur Grabstelle folgen. Hier findet nun gemeinsam mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer der letzte Abschied statt.

Die Erdbestattung:
Unsere Toten begleiten

Nachdem die Trauergemeinde sich mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer am offenen Grab versammelt hat, erfolgt das Absenken des Sarges. Die Bestattungsformel wird gesprochen.

Anschließend besiegelt der Erdwurf die Rückkehr zur Erde. Damit wird symbolisch der Abschied vollzogen. Nun wird das Evangelium von der Auferstehungshoffnung gelesen und gemeinsam das Vaterunser gebetet.

Schließlich ermutigt und stärkt die Pfarrerin oder der Pfarrer die Hinterbliebenen für ihr weiteres Leben mit dem Segen Gottes. Abschließend hat jede und jeder Einzelne Gelegenheit, persönlich – durch einen Erdwurf und das Nachgeben von Blumen – Abschied am Grab zu nehmen.

Sofern dies nicht anders gewünscht ist, drücken die Trauergäste den engsten Angehörigen nun ihr Mitgefühl durch einen Händedruck und ein paar persönliche Worte aus. Dieses Kondolieren hat für viele Menschen eine positive Wirkung: Es bestärkt den Kontakt zu anderen Menschen und zeigt, dass sie in ihrer Trauer nicht sich selbst überlassen sind.

Jesus spricht: „Auch ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.“ (Johannes 16,22)

Gedenken im Familienkreis

Nach der Trauerfeier laden viele Familien die Trauergäste zu einem Beerdigungskaffee ein. Der Bruch in der Atmosphäre, der Übergang von tiefer Traurigkeit zu familiärer Geselligkeit, irritiert viele Menschen. Doch die Hinwendung zur Gemeinschaft mit anderen stärkt die Hinterbliebenen für die anschließende Trauerzeit. Im gemeinsamen Gespräch können Erinnerungen an den Verstorbenen ausgetauscht werden.

Eine schöne Form, im engen Familienkreis des Verstorbenen zu gedenken, ist auch der abendliche Gang zum Grab am Tag der Beerdigung.

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