Umgang mit Trauernden

 
 

 

Trauernde brauchen für ihre Trauer einen Schonraum. Oft bleiben sie dabei allein. Viele Menschen fühlen sich unsicher, weil sie nicht wissen, wie sie trauernden Nachbarn, Kollegen oder Bekannten begegnen sollen.
Vielleicht ist es manchen auch unangenehm, dem Thema Tod zu begegnen. Darum erleben Trauernde heute manchmal, dass sie regelrecht gemieden werden und spüren eine unausgesprochene Erwartung, doch bald wieder „normal“ zu sein.

Aktiv auf Trauernde zugehen

Es tut trauernden Menschen gut, zu reden. Sie verarbeiten ihre Gefühle, wenn sie erzählen können, wie alles geschah und wie es ihnen jetzt geht.

Falls Sie einem Trauernden helfen möchten, dann ergreifen Sie ruhig die Initiative. Gehen Sie auf denjenigen zu und fragen ihn, wie es ihm geht. Bieten Sie ein Stück ihrer Zeit und Aufmerksamkeit an. Machen Sie zum Beispiel einen konkreten Vorschlag: „Hast du am Dienstag Zeit? Dann können wir uns zum Tee treffen und reden.“

Gefühle der Trauer aushalten statt Trost spenden

Während des Gespräches hören Sie vor allem zu. Fragen Sie nach, versuchen Sie, die Erinnerungen und Befürchtungen zu verstehen. Selbst wenn Sie einen Ratschlag geben möchten, der völlig richtig ist, gehen Sie sparsam damit um. Der Spruch „Die Zeit heilt alle Wunden“ trifft zwar in den meisten Fällen tatsächlich zu, ist in diesem Moment für den Trauernden aber unbrauchbar. Letztendlich kann man als Gesprächspartner nur mit dem oder der Trauernden zusammen die Gefühle angesichts des Verlustes eines geliebten Menschen aushalten. Wichtig ist, diesen Gefühlen Raum und Zeit zu geben, vielleicht auch mit dem Trauernden mitzuweinen.

„Ich habe in dieser Situation gute Erfahrungen damit gemacht, einen Segensengel zu verschenken,“ sagt der Klinikseelsorger Reinhold Dietrich. Segensengel sind erhältlich in Kirchenläden und christlichen Buchhandlungen.

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