Ev. Kindergarten Hohen-Sülzen - Lebensraum für Kinder unter drei Jahren (Konzeption )

 
 


Aufnahme

Für die Aufnahme von Kindern unter drei Jahren hat das gesamte Team sich vorbereitet und bereits entsprechende Fortbildungen und Tagungen besucht. Eine zusätzlich eingestellte Halbtagskraft wird als Unterstützung für das pädagogische Personal eingestellt.

Die Betreuungszeiten sind abhängig von dem gewünschten Bedarf der Eltern, innerhalb unserer Öffnungszeiten (7.30 Uhr -14.30 Uhr durchgängig).

Eingewöhnungsphase

Die Lösung von einem Elternteil und das Kennenlernen einer neuen Umgebung ist für Kinder in diesem Alter ein bedeutender und großer Schritt. Damit dieser Übergang schonend passiert und vom Kind positiv erlebt werden kann, möchten wir eine individuelle Eingewöhnungsphase ermöglichen.

Damit wir auf die persönlichen Bedürfnisse des Kindes eingehen können, findet als erster Schritt ein Aufnahme- und Kennenlerngespräch mit den Eltern statt. Hier informieren wir uns über Gewohnheiten und Besonderheiten im bisherigen Alltag des Kindes und bieten den Eltern die Möglichkeit Fragen zu stellen und evtl. Unsicherheiten abzubauen.

Bei den ersten Besuchen in unserem Haus begleiten die Eltern ihr Kind und sind noch Hauptansprechpartner.

Schrittweise bringt sich die Erzieherin über das Spielangebot ein und gibt dem Kind so die Möglichkeit, einen Bezug aufzubauen sich nach seinem eigenen Tempo Stück für Stück von dem Elternteil zu lösen. Erzieherin, Kind und Elternteil entwickeln und besprechen gemeinsam Abschiedsrituale.

Der tägliche  Austausch zwischen Erzieherin und Eltern bei der Abholung ist selbstverständlich und notwendig, um über Besonderheiten im Tagesablauf zu informieren.

Beziehung

Die Beziehung zwischen Fachpersonal und Kind soll von Vertrauen und Wertschätzung geprägt sein.

Deshalb ist es für uns selbstverständlich, dem Kind Hilfestellung bei Kontaktaufnahme und Konfliktbewältigung zu geben, Trost bei Niederlagen oder Ungerechtigkeiten zu spenden und es in seinen Bemühungen auf dem Weg zur Selbstständigkeit und Erkundung seiner Umgebung zu unterstützen. Dies geschieht mit der für die jeweilige Situation notwendigen Empathie.

Wir wollen dem Kind ein Gefühl der Sicherheit geben, es soll wissen, dass seine Erzieherin eine sichere und verlässliche Anlaufstelle ist. Aus diesem Vertrauen heraus wird es dem Kind auch möglich sein, sich zu explorieren und mit dem nötigen Selbstvertrauen Neues zu erkunden.

Struktur des Tagesablaufes

Der individuelle Tagesrhythmus jedes Kindes, wie Essens- und Schlafenszeiten werden berücksichtigt.

Klare Strukturen und Rituale im Tagesablauf bieten Orientierung.

Die Freispielphase bietet Zeit und Raum für selbst bestimmte Tätigkeiten. Die Erzieherin und auch die älteren Kinder unterstützen und begleiten beim Erlernen neuer Spiele und Beschäftigungsmöglichkeiten.

Das Spielmaterial ist auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Altersstufen abgestimmt. Durch das regelmäßige Auswechseln oder Austauschen verschiedener Materialien wird eine Reizüberflutung verhindert und immer wieder neue Anreize geschaffen.

Wir legen Wert darauf, dass beim Spielen alle Sinne angesprochen werden und benutzen auch alltägliche Gebrauchsgegenstände und so genanntes wertfreies Material.

Das Kind hat im Freispiel immer die Möglichkeit sich zurückzuziehen und auszuruhen.

Das gleitende Frühstück ist bis 10.00 Uhr möglich. Jüngere Kinder werden von einer Erzieherin begleitet und zum selbständigen Essen motiviert. Wir achten auf altersgerechtes Geschirr und Besteck.

Die gelenkten Angebote in Kleingruppen richten sich an Kinder gleichen Entwicklungsalters und sind auf aktuelle Themen und Bedürfnisse der Kinder abgestimmt.

Bewegung ist für Kleinkinder eine wichtige Grundlage zum Lernen und Begreifen.

Deshalb hat das Spiel im Außengelände einen großen Stellenwert. Ergänzend dazu unternehmen wir oft kleinere  Ausflüge und Spaziergänge in die Natur.

Das Mittagessen nehmen die Jüngeren Kinder gemeinsam mit einer Erzieherin ein. Die Lunchpakete werden von den Eltern zubereitet und mitgegeben, die Getränke stellt der Kindergarten zur Verfügung. Für diese Mahlzeit nehmen wir uns Zeit, sie wird von bestimmten Ritualen (z. B. beten) eingerahmt. Nach dem Essen begleitet die Erzieherin die Kinder zum Ruhen.

Der Schlaf- und Ruheraum im Obergeschoss verbreitet mit seiner gemütlichen Einrichtung eine angenehme Atmosphäre. Durch die räumliche Trennung ist die Geräuschkulisse gedämpft und ungestörter Schlaf möglich. Jedes Kind hat seine eigene Matratze und Bettzeug. Ein von zu Hause mitgebrachtes Kuscheltier, bestimmte  Einschlafrituale und eine Erzieherin, die präsent ist, helfen zu entspannen. Je nach Bedarf und Gewohnheit können die Kinder hier ihren Mittagsschlaf halten oder sich vor dem Abholen noch ein wenig ausruhen.

Raumgestaltung

Unsere Räume sind ansprechend eingerichtet und haben Aufforderungscharakter.

Sie ermöglichen das Spiel am Tisch und am Boden. Veränderungen werden mit den Kindern gemeinsam besprochen oder ergeben sich aus Beobachtungen unserseits. Wir versuchen stets die momentanen Spiel-Bedürfnisse der Kinder zu berücksichtigen.

Für die Jüngsten haben wir einen kleinen Rückzugs- und Spielbereich im Gruppenraum geschaffen, ausgestattet mit Spielmaterial für diesen Altersbereich.

Natürlich stehen den jüngeren Kindern alle anderen Spielbereiche auch offen. Auf diese Weise kann der Umgang mit den vorhandenen Materialien erprobt und (sachgerecht) erlernt werden. Dies erfordert natürlich die stete Anwesenheit einer Erzieherin, um mögliche Gefahren erkennen zu können und notfalls einzugreifen.

Bei der Einrichtung der Räume und der Möbelauswahl haben wir im Vorfeld versucht, größere Gefahrenquellen zu vermeiden.

Sauberkeitserziehung

Den Zeitpunkt für den Beginn der Entwöhnung von den Windeln legen die Eltern in Absprache mit den Erzieherinnen fest. Die Vorstellungen der Eltern zu diesem Thema sind uns wichtig und wir unterstützen sie in ihren Bemühungen.

In unserem Waschraum befindet sich ein Wickeltisch, jedes Kind hat ein Fach mit eigenen Windeln, Wechselkleidung und sonstigem Zubehör. Selbstverständlich achten wir auf die Einhaltung der hygienischen Vorgaben. Das Wickeln selbst geschieht im respektvollen Umgang mit dem Kind. Wir lassen uns Zeit und die Erzieherin kündigt jede Handlung verbal an. So erlebt das Kind die Situation angenehm und kann die individuelle Zuwendung genießen.

Spielerisch und ohne Druck animieren wir die Kinder zur Nutzung der Toiletten, wenn die innere Bereitschaft dazu vorhanden ist. So unterstützen und fördern die Eigenmotivation der Kinder. Da die Sauberkeitserziehung in diesem Altersabschnitt ein wichtiges Element der Entwicklung ist, nehmen wir uns hierfür genügend Zeit, jedoch ohne Zwang und Druck.

Ist dieser Entwicklungsschritt geschafft, freuen wir uns mit dem Kind und bringen dies innerhalb der Gruppe angemessen zum Ausdruck.

Begrüßung/Verabschiedung

Die Begrüßung der Kinder am Morgen ist uns wichtig. Die persönliche Kontaktaufnahme durch Blick- oder Körperkontakt sowie Ansprache erleichtert den Einstieg in den Kindergarten-Tag. Es zeigt  dem Kind und den Eltern, dass es von der Erzieherin wahrgenommen wird und willkommen ist.

Zum so genannten „Winkefenster“ begleitet die Erzieherin das Kind bei Bedarf, auch dies ist ein wichtiges Abschiedsritual. Nach der Verabschiedung, unterstützt die Erzieherin das Kind wenn nötig, um sich ins Spielgeschehen zu integrieren.

Bei der Abholung sind uns die Verabschiedung und eine „Übergabe“ an die Eltern ebenfalls wichtig.

Bildungsprozesse

Ein Hauptanliegen unsererseits ist die Entwicklung der individuellen Persönlichkeit eines jeden Kindes und die Stärkung seiner Selbständigkeit.

Eigene Beobachtungen, der Austausch im Kollegium und die Zusammenarbeit mit den Eltern geben uns ein umfassendes Bild vom Kind, seinem Entwicklungsstand und seinen Bedürfnissen. In einem Beobachtungsbogen wird dies schriftlich festgehalten. Diese Fülle an Informationen ist für uns die Grundlage, um das Kind adäquat in seiner Entwicklung zu unterstützen und begleiten zu können.

Beim Vermitteln von Fähigkeiten und Fertigkeiten achten wir darauf, den natürlichen Wissensdrang der Kinder zu befriedigen und die kindliche Freude am Lernen zu erhalten.

Wir bieten viele Anreize zum Spracherwerb und unterstützen diesem mit Gesprächen, Liedern, Reimen und Spielen. Im Alltag wird von uns jede Situation und Handlung mit Sprache begleitet, dies geschieht auf Augenhöhe mit dem Kind, auch unter Einsatz von Gestik und Mimik.

Das Kind hat die Möglichkeit mit verschiedenen Materialien zu spielen und diese zu erforschen. Das sprichwörtliche Begreifen der Dinge spricht die Sinne an und lässt die Kinder Vorgänge altersgerecht wahrnehmen. Kreativität, Phantasie und Erlebnisfähigkeit werden so gefördert.

Sehr wichtig ist uns auch der Aufbau sozialer Beziehungen und Bindungen. Eigene Bedürfnisse zu erkennen und mit zuteilen ist ebenso bedeutsam, wie das Bewusstsein, Teil einer Gruppe zu sein, auf andere Rücksicht zu nehmen. Deshalb wird das Miteinander in unserer Kindergruppe „groß geschrieben“.

Elternarbeit

Wie bereits erwähnt, ist der ständige Austausch mit den Eltern unerlässlich. Für uns ist dieser intensive Kontakt eine wichtige Informationsquelle, was die Bedürfnisse und Gewohnheiten des Kindes betrifft. Den Eltern wird dadurch signalisiert, dass wir ihr Kind und sie als Elternteil wichtig nehmen. Das schafft Vertrauen und macht zudem unsere Arbeit und Vorgehensweise transparent.

Neben dem täglichen Austausch nehmen wir uns mindestens einmal im Jahr Zeit für ein ausführliches Entwicklungsgespräch.

Jede Erzieherin notiert gemachte Beobachtungen über Entwicklung und Verhalten des Kindes und legt diese Information in einem Ordner ab, der eigens für jedes Kind angelegt wird. In regelmäßigen Abständen tauschen wir uns über jedes Kind aus und übertragen die Informationen in einen Beobachtungs- und Entwicklungsbogen. Diese Art der Dokumentation beginnt mit der Aufnahme und endet mit Schuleintritt des Kindes.

 

  

Das Konzept wird in regelmäßigen Abständen reflektiert und weiter entwickelt.

 

Hohen-Sülzen, den 06.05.08







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