Presseartikel - Wormser Zeitung vom 05.01.2008

 
 

 

"Eine neue Mitte für alle Monsheimer"

Gelände rund um die Kirche wird zum zentralen Platz im Ort/Strahler erleuchten Gotteshaus am Abend
 

Von Manfred Janß

MONSHEIM Wer aus Richtung Pfeddersheim kommend durch die Monsheimer Hauptstraße fährt, entdeckt es sofort: Monsheim hat eine richtig schmucke evangelische Kirche. Und das ist bereits von weitem zu sehen. Eigentlich nichts Besonderes, möchte man meinen.

Ist es aber doch. Denn bis vor ein paar Monaten war vom Monsheimer Gotteshaus so gut wie nichts zu sehen, es verbarg sich hinter dichtem Strauchwerk und Bäumen - obwohl die Kirche mitten im Ort steht.

Projekt 2008

Bis auf die alte Kastanie vor dem Haupteingang und zwei weitere Bäume ist aber mittlerweile alles rigoros gerodet rund um das sakrale Gemäuer. Das schafft Platz für das Projekt der evangelischen Kirchengemeinde, damit die Kirche und ihr Umfeld zu einem zentralen Ort in der Gemeinde werden, sozusagen zu einer "neuen Mitte".


Nun ist die Monsheimer Kirche wieder in ganzer Pracht zu sehen. Rundherum ist fast alles abgeholzt, drei Bäume und ein paar wenige Büsche stehen noch. Pfarrer Volker Hudel freut sich auf das neue Außengelände. Foto: Rainer Klotz/masterpress

 

"Es ist ein Projekt für die Monsheimer", bekräftigt Pfarrer Volker Hudel beim Rundgang über das Gelände. Und er kann sich schon gut vorstellen, wie alles einmal aussehen wird. Wichtig sind gemütliche Sitzgelegenheiten. "Die Leute sollen sich zusammensetzen und miteinander reden und feiern oder einfach nur ausruhen können", erzählt er. Was das Feiern betrifft, soll es auf dem Gelände hinter der Mauer entlang der Hauptstraße auch eine Feuerstelle zum Grillen geben.

Und für den Platz vor dem Haupteingang zur Kirche unter der großen Kastanie hat er auch schon eine Idee: "Da kommt eine lauschige Sitzgruppe hin. Da können die frisch getrauten Paare ihren Sektempfang machen. Das wird bestimmt sehr romantisch", ist Pfarrer Hudel überzeugt. Mit seinen Waschbetonplatten und roten Kunststeineinfassungen sieht der Platz im Augenblick allerdings noch alles andere als einladend aus - und schon gar nicht romantisch. "Der ist einfach nur potthässlich", bringt es der Pfarrer auf den Punkt.

Geplant wurde das neue Außengelände von Landschaftsarchitektin Stella Junker-Mielke in Worms-Herrnsheim. "Der Bauausschuss des Kirchenvorstandes hat den Plan schon begutachtet und für sehr gut befunden. Am 16. Januar haben wir noch mal eine Vorstandssitzung, geht der Plan auch dort durch, kann es losgehen", berichtet Hudel. Rund um die Kirche wird alles umgekrempelt. Der Hügel zur Ernst-Ludwig-Straße hin wird zum Teil abgetragen, ein geschlängelter, sanft ansteigender Weg führt dort später zur Kirche hinauf. "Damit schaffen wir einen behindertengerechten Zugang zum Haupteingang, denn die Treppe vom Pfarrhof aus war für Gehbehinderte bisher ein unüberwindliches Hindernis", erläutert der Pfarrer.

Doch der neue Pfarrgarten wäre nicht komplett, würde er nicht auch ins rechte Licht gerückt. Genauer gesagt, wenn sich nicht auch die Kirche selbst in strahlendem Glanz zeigen würde. Mit Licht hatte die ganze Idee eigentlich auch angefangen. "Schon vor zehn Jahren kam Kathrin Anklam-Trapp der Gedanke, man könnte die Kirche doch abends anstrahlen. Als die Kriegsheimer Kirche ihre Außenbeleuchtung bekam, wollten die Monsheimer natürlich auch so was haben. Es gab dann eine Versuchsbeleuchtung mit Scheinwerfern der Feuerwehr, aber dabei ist es erst einmal geblieben", erinnert sich Pfarrer Hudel.

Voriges Jahr sei die Idee dann wieder aufgegriffen worden. Gemeinsam mit dem Außengelände wird sie im Frühjahr umgesetzt. Die Kirchenbeleuchtung spendiert im Übrigen die Ortsgemeinde. Genauer, sie gewährt der evangelischen Kirchengemeinde einen Zuschuss in entsprechender Höhe.

Mindestens 120000 Euro wird die "neue Mitte" die evangelische Kirchengemeinde kosten. Auf jeden Fall die Hälfte übernimmt allerdings die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau in Darmstadt. "Vielleicht auch mehr", würde sich Pfarrer Hudel wünschen. Und wovon er noch träumt: "Den Weihnachtsmarkt vom Platz am Rathaus vor die evangelische Kirche zu holen."

Interview

Serie: Projekt 2008

Zur Serie: In jeder Gemeinde gibt es 2008 ein Projekt, das Aufmerksamkeit verdient. Das kann ein Bauvorhaben genauso sein wie die Gründung einer neuen Abteilung in einem Verein oder ähnliches. In unserer WZ-Serie wollen wir diese Zukunftsprojekte vorstellen.

Alle Artikel zur Serie im Internet: www.wormser-zeitung.de/region/serie/projekt2008/

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