Presseartikel - Wormser Zeitung vom 13.10.2008

 
 

 

Offenes Ohr für Jugendliche - Patricia Michl gibt Job als Jugendpflegerin in Monsheim auf

Vier Jahre lang hatte Patricia Michl stets ein offenes Ohr für die Sorgen der Jugendlichen in Monsheim, Offstein und Hohen-Sülzen. Nun scheidet sie aus ihrem Amt als Jugendpflegerin aus. In einer Feierstunde wurden im Kriegsheimer Jugendtreff die Verdienste der Sozialpädagogin gewürdigt.

Von
Claudia Wößner
Der Jugendtreff war bei der Verabschiedung voller Menschen, sehr viele Ehrenamtliche und Kollegen waren gekommen. Besonders freute Patricia Michl indes, dass auch vier ihrer "Schützlinge" stellvertretend für die übrigen Kinder und Jugendlichen an der Veranstaltung teilnahmen.
Pfarrer Volker Hudel würdigte die Tätigkeit von Patricia Michl. Durch ihr Zutun sei die Jugendarbeit in den Gemeinden gerade auch in schwierigen Zeiten "professionalisiert" worden und habe eine "spürbare Aufwertung" erfahren. Über die Treffs sei zudem ein "neuer Wind hinweggegangen", erklärte Hudel.
Als Patricia Michl ihren Posten in den drei Gemeinden angetreten hatte, war die Stelle bereits seit anderthalb Jahren verwaist. Finanziert von den Gemeinden, der VG und der evangelischen Kirche sollte sie den Jugendtreff in Kriegsheim neu beleben und neue Treffs in Offstein und Hohen-Sülzen einrichten. Während das Vorhaben in Hohen-Sülzen realisiert wurde, gibt es in Offstein nach wie vor Probleme mit den Räumlichkeiten. Bei der Ausweitung der Ferienspiele zum Ferienprogramm leistete Michl mit sehr vielen Projekten einen entscheidenden Beitrag.
Dekan Harald Storch lobte die Zusammenarbeit der Gemeinden, der VG und der evangelischen Kirche als "bewährtes Modell". VG-Bürgermeister Ralph Bothe (SPD) befand, dass Patricia Michl die in sie gesetzten Erwartungen nicht nur erfüllt habe. Vielmehr habe sie auch ihr "persönliches Engagement" mit in die Tätigkeit gebracht. Auch Ortsbürgermeister Kurt Görisch (FWG) aus Hohen-Sülzen schätzte Patricia Michl als Sozialpädagogin, zu der die Jugendlichen gerne gekommen seien. Während ihrer Tätigkeit in der VG Monsheim verdiente sich Michl zudem die Anerkennung ihrer Kollegen. Fast alle kamen zur Verabschiedung der Jugendpflegerin. "Du wirst uns fehlen", erklärte Peter Kissel, der Gemeindepädagoge aus Pfeddersheim.
Der Grund für Patricia Michls Abschied ist eine Verwaltungsvorschrift. Um weiterhin ihr Amt als Jugendpflegerin ausüben zu können, hätte sie ein Studium zur Gemeindepädagogin absolvieren müssen. Doch dazu war Michl nicht gewillt, wie sie im WZ-Gespräch erklärte: "Irgendwann brauche ich auch Freizeit." Die letzten vier Jahre bilanzierte sie so: "Ich war in sehr vielen Sitzungen, manchmal auch unnötigen." Dennoch habe ihr die Stelle der Kinder und Jugendlichen wegen viel Spaß gemacht, betonte Patricia Michl.
Und wie sehr das Wirken von Patricia Michl Spuren hinterlassen hatte, zeigte sich besonders an einem Umstand: Der "Sektempfang" war auf Wunsch der Jugendpflegerin alkoholfrei. Schließlich sollten die Erwachsenen mit gutem Beispiel vorangehen.

 

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